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News

16.9.2026

4 min

Vorbereitung auf die ISO 20022-Anforderungen für strukturierte Adressen

 

ISO 20022: Was Nomentia-Kunden jetzt wissen sollten

Ab 2026 müssen alle Zahlungsnachrichten strukturierte Postadressen enthalten. Unstrukturierte Freitextadressen werden dann nicht mehr akzeptiert. Diese von SWIFT und den großen Zahlungseinrichtungen vorgeschriebene Änderung betrifft sowohl internationale als auch viele inländische Zahlungen (einschließlich SEPA und CHAPS).
Wenn Ihre Zahlungsdateien oder Systeme also noch mit unstrukturierten Adressfeldern arbeiten, ist es jetzt an der Zeit zu handeln.

 

Was ändert sich?

  • Adressen müssen in separate Felder aufgeteilt werden: Jede Zahlung muss mindestens den Ort und das Land als separate Datenelemente enthalten. Weitere Felder (Straßenname, Hausnummer, Postleitzahl) sollten, sofern verfügbar, ebenfalls angegeben werden.
  • Zwei Formate sind zulässig:
    • Vollständig strukturiert: Alle Adressbestandteile in eigenen Feldern, ohne Freitext..
    • Hybrid: Ort und Land in strukturierten Feldern, mit bis zu zwei Freitextzeilen für zusätzliche Angaben.
  • Unstrukturierte Adressen werden nach Ablauf der Frist abgelehnt.

 

Warum diese Änderung?

Strukturierte Adressen verbessern die Datenqualität, erleichtern die Automatisierung und unterstützen Compliance-Prüfungen. Sie helfen Banken, Zahlungen schneller zu verarbeiten, Fehler zu reduzieren und behördliche Kontrollen (wie die Bekämpfung von Geldwäsche) effektiver zu gestalten.

 

So bereiten Sie sich vor

  1. Systeme und Daten prüfen
    • Überprüfen Sie alle Systeme, die Zahlungsdateien generieren (ERP, Treasury, Gehaltsabrechnung, Reisekosten, Legacy-Formate, CSV-Zahlungen usw.).
    • Stellen Sie sicher, dass die Adresse für jeden Zahlungsempfänger mindestens die Stadt und das Land in Ihren Unterlagen enthält..
    • Vergewissern Sie sich, dass diese Angaben den richtigen strukturierten Feldern in Ihren Zahlungsdateien zugeordnet sind (nicht nur in einer einzigen Adresszeile).
  2. Adressdaten bereinigen
    • Identifizieren Sie Adressen, die als Freitext gespeichert sind oder bei denen Stadt/Land fehlen.
    • Planen Sie eine Datenbereinigung: Teilen Sie Adressen in Komponenten auf und füllen Sie fehlende Felder aus.
    • Verwenden Sie automatisierte Tools oder wenden Sie sich bei Bedarf an Ihre Bank, um Unterstützung zu erhalten.
  3. Interne Prozesse anpassen
    • Ändern Sie Zahlungsvorlagen und -formulare, um strukturierte Adressfelder zu erfassen.
    • Schulen Sie Mitarbeitende, vollständige Adressdaten von neuen Lieferanten oder Partnern einzuholen.
  4. Frühzeitig testen
    • Senden Sie vor Ablauf der Frist Testzahlungen mit strukturierten Adressen an Ihre Bank.
    • Verwenden Sie von der Bank bereitgestellte Validierungstools oder Sandboxes, um die Konformität sicherzustellen.
      • * Bitte informieren Sie Nomentia, sobald Sie einen genaueren Zeitplan und Ansatz für die Prüfung des Materials unter Verwendung von Adressinformationen haben, die von den aktuellen Daten abweichen.
  5. Abstimmung mit Ihrer Bank
    • Klären Sie frühzeitig, ob Ihre Banken eigene Zeitpläne oder zusätzliche Anforderungen haben.

Frist: Der Umsetzungszeitplan kann von Bank zu Bank unterschiedlich sein, da jede Bank selbst entscheidet, wie sie die Frist des Europäischen Zahlungsverkehrsausschusses (European Payments Council) einhält. Bitte kontaktieren Sie Ihre Bank(en), um deren spezifische Anforderungen und Zeitpläne zu bestätigen.

 

Unterstützung

Wenn Sie Nomentia-Kunde sind, können Sie auch unser Kundensupport-Portal besuchen, um weitere detaillierte Informationen zu erhalten. Nomentia can assist, as a paid consulting service, in verifying the correctness of your payment file structure. However, please note that we do not add missing city or country information to your records. Kontaktieren Sie uns

 

Häufig gestelle Fragen

 

Warum ändern sich die Anforderungen an Adressdaten?
Im Rahmen der weltweiten Umstellung auf ISO 20022 verabschieden sich Banken und Zahlungssysteme zunehmend von vollständig unstrukturierten Adressen. Adressinformationen müssen in Zahlungsnachrichten grundsätzlich strukturiert angegeben werden. Die konkreten Anforderungen können je nach Bank, Land, Zahlungsverfahren und Zahlungsart variieren.
Was ist eine strukturierte Adresse?
Bei einer strukturierten Adresse werden die einzelnen Adressbestandteile in dafür vorgesehenen Feldern erfasst, beispielsweise Stadt, Land, Straße, Gebäudenummer und Postleitzahl, anstatt die gesamte Adresse in freien Adresszeilen anzugeben. Die entsprechenden ISO-20022-Felder werden auch in den Spezifikationen der Deutschen Kreditwirtschaft so bezeichnet.
Welche Adressformate werden danach weiterhin unterstützt?

Zwei Adressformate bleiben zulässig:

  • Strukturierte Adresse – die Adressinformationen werden vollständig in den dafür vorgesehenen Feldern angegeben.
  • Hybride Adresse – strukturierte Felder werden mit einer begrenzten Anzahl freier Adresszeilen kombiniert.
Welche Adressfelder sind verpflichtend?

Die Mindestanforderung gemäß ISO 20022 umfasst:

  • Stadt (TwnNm)
  • Land (Ctry)

Viele Banken verlangen darüber hinaus weitere Angaben wie Straße, Gebäudenummer oder Postleitzahl. Maßgeblich sind daher immer die Anforderungen Ihrer Bank.

Betrifft die Änderung alle Kunden?
Nicht unbedingt. Welche Auswirkungen die Änderung auf Ihr Unternehmen hat, hängt von den genutzten Zahlungsarten, Ländern, Clearing-Systemen und Banken ab. Einige Banken verlangen strukturierte Adressen möglicherweise nur für bestimmte Zahlungsarten, andere wenden die Anforderungen umfassender an.
Welche Zahlungsarten sind typischerweise betroffen?

Die Änderung betrifft insbesondere:

  • SEPA-Überweisungen (SCT)
  • SEPA-Lastschriften (SDD)
  • Grenzüberschreitende Zahlungen
  • Großbetrags- bzw. RTGS-Zahlungen

Dazu zählen beispielsweise SEPA-Zahlungen innerhalb des SEPA-Raums, grenzüberschreitende SWIFT-Zahlungen über CBPR+, TARGET-Services, CHAPS sowie weitere nationale Zahlungsverfahren auf Basis von ISO 20022.

Betrifft die Änderung nur internationale Zahlungen?
Nein. Grenzüberschreitende Zahlungen sind besonders betroffen, aber auch einige nationale Zahlungsverfahren führen Anforderungen an strukturierte Adressen ein. Prüfen Sie daher die jeweiligen Vorgaben Ihrer Bank.
Müssen wir unsere Adressdaten aktualisieren?
Wir empfehlen, die Adressdaten von Lieferanten, Kunden, Mitarbeitenden, Zahlungsempfängern und Konzerngesellschaften zu prüfen und sicherzustellen, dass sie vollständig und aktuell sind. Fehlende oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass Zahlungen abgelehnt werden.
Für welche Parteien einer Zahlungsnachricht können strukturierte Adressen erforderlich sein?

Je nach Bank und Zahlungsart können die Anforderungen unter anderem für folgende Parteien gelten:

  • Zahlungsempfänger (Creditor)
  • Zahler/Auftraggeber (Debtor)
  • Abweichender Zahlungsempfänger (Ultimate Creditor)
  • Abweichender Zahler/Auftraggeber (Ultimate Debtor)
  • Finanzinstitute

Das bedeutet nicht, dass für alle diese Parteien zwingend eine Adresse angegeben werden muss. Sobald jedoch Adressinformationen für eine Partei übermittelt werden, müssen diese gegebenenfalls im vorgeschriebenen strukturierten Format angegeben werden. Besonders häufig betroffen ist die Adresse des Zahlungsempfängers.

Reicht es aus, nur das Land anzugeben?
Nein. Sobald Adressinformationen angegeben werden, müssen mindestens Stadt und Land vorhanden sein. Abhängig von der Bank können zusätzliche Adressfelder erforderlich sein.
Müssen wir auf pain.001.001.09 umstellen?
Nein. Kunden müssen ihr ERP- oder Vorsystem in der Regel nicht allein aufgrund der neuen Anforderungen an strukturierte Adressen auf eine andere pain.001-Version umstellen. Strukturierte Adressinformationen können unabhängig davon bereitgestellt werden, ob das Quellformat v3, v9 oder ein anderes von Nomentia unterstütztes Format ist.
Unser ERP-Anbieter stellt auf pain.001.001.09 um. Müssen wir deshalb unsere Bankenanbindung ändern?
Nicht unbedingt. Wenn Ihr ERP künftig eine andere XML-Version erzeugt, muss jedoch möglicherweise die Nomentia-Importschnittstelle angepasst werden. Die Umstellung der ERP-XML-Version und die neuen Anforderungen an strukturierte Adressen sind zwei getrennte Themen. Verlangt eine Bank eine bestimmte XML-Version, kann Nomentia das erforderliche Bankformat in der Regel über eine entsprechende Konvertierung des Ausgangsformats bereitstellen. 
Wie können wir prüfen, ob strukturierte Adressinformationen in unseren Zahlungen enthalten sind?

Prüfen Sie in Nomentia sowohl die importierte Zahlungsdatei als auch die finale Ausgabedatei für die Bank:

  • Technical Information → Imported Material – Prüfen Sie, ob die strukturierten Adressdaten korrekt in Nomentia importiert wurden.
  • Technical Information → Payload Material – Prüfen Sie, ob die finale an die Bank übermittelte Zahlungsdatei die erforderlichen Adressinformationen enthält.
Was gilt bei Zahlungsimporten im CSV-Format?
 Nomentia stellt eine CSV-Vorlage zur Verfügung, die strukturierte Adressfelder unterstützt. Ergänzend gibt es eine Implementierungsbeschreibung, die erläutert, wie die einzelnen Adressinformationen befüllt werden müssen. 
Müssen Vorlagen für manuelle Zahlungen angepasst werden?
Ja. Wenn Adressinformationen manuell erfasst werden, sollten die entsprechenden Zahlungsvorlagen geprüft werden. Stellen Sie sicher, dass alle erforderlichen strukturierten Adressfelder vorhanden und korrekt konfiguriert sind.
Was sollten wir tun, wenn unsere Bank uns bereits zu strukturierten Adressen kontaktiert hat?
  • Prüfen Sie die von Ihrer Bank übermittelten Anforderungen.
  • Stellen Sie sicher, dass die benötigten Adressdaten in Ihren Stammdaten vorhanden sind.
  • Testen Sie Ihre Zahlungsdateien gemeinsam mit der Bank.
  • Kontaktieren Sie Nomentia, wenn Anpassungen an Zahlungsformaten, Bankenanbindungen oder Dateikonvertierungen erforderlich sind.
  • Wenden Sie sich an Ihre Bank, wenn unklar ist, welche Adressfelder verpflichtend sind oder welche Zahlungsarten betroffen sind.
Unterstützt Nomentia uns bei der Prüfung unserer Umstellungsbereitschaft?
Ja. Nomentia unterstützt Sie bei der Prüfung Ihrer Umstellungsbereitschaft, der Analyse Ihrer Zahlungsprozesse, Tests, Fehlerbehebung und der Umsetzung der erforderlichen Anpassungen. Diese Leistungen werden als kostenpflichtige Consulting Services angeboten und abhängig von Ihrer Systemumgebung und den konkreten Anforderungen individuell kalkuliert.