Intercompany-Rechnungen und -Transaktionen können innerhalb eines Konzerns eine überraschend hohe Zahl interner Zahlungen erzeugen. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Intercompany-Darlehen, Zinsen, Management Fees, Lizenzgebühren und weitere konzerninterne Belastungen müssen erfasst, bestätigt, umgerechnet und abgewickelt werden, bevor ein Netting-Zyklus abgeschlossen ist.
Nomentia Intercompany Netting verbindet Datenübernahme, Bestätigung durch die Gesellschaften, Dispute-Management, Berechnung, FX-Behandlung und Settlement in einem kontrollierten Prozess. In geeigneten Konzernstrukturen kann Netting die Zahl der Intercompany-Zahlungen um rund 80–90 % reduzieren. Gleichzeitig sinkt die Zahl unnötiger FX-Transaktionen, und Treasury erhält in jeder Phase des Zyklus eine klarere Sicht darauf, welche Beträge tatsächlich noch bewegt werden müssen.
Rechnungen und Intercompany-Transaktionen aus ERP-Systemen übernehmen
Der Prozess beginnt mit den zugrunde liegenden Rechnungen und Intercompany-Transaktionen. Daten können per API oder dateibasierter Integration übernommen werden. Für ERP-Umgebungen wie SAP S/4HANA, Oracle und Microsoft Dynamics stehen spezifische Anbindungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei Bedarf lassen sich zusätzliche Transaktionen auch manuell erfassen.
Damit kann Treasury einen gemeinsamen Netting-Zyklus steuern, selbst wenn die teilnehmenden Gesellschaften unterschiedliche Quellsysteme nutzen. Nomentia ist bankenunabhängig, sodass der Netting-Prozess nicht an eine bestimmte Bankverbindung oder Settlement-Bank gebunden ist.
Für die Teilnehmer werden Settlement-Währung, Upload-Frist, Bestätigungsfrist und Settlement-Termin definiert. Wiederkehrende Zyklen können als Vorlagen genutzt werden. Mehrstufige Konzernstrukturen lassen sich zudem mit regionalen Subcentern abbilden, wenn eine lokale Koordination erforderlich ist.
Transaktionen bestätigen und Disputes vor dem Settlement klären
Die Bestätigung durch die Gesellschaften ist ein zentraler Bestandteil des Netting-Zyklus. Eine verlässliche Berechnung setzt voraus, dass sich die Teilnehmer über die abzuwickelnden Transaktionen einig sind.
Vorläufige Netting Statements können an die zuständigen Nutzer in den Gesellschaften verteilt werden. Diese prüfen ihre Rechnungen und Intercompany-Positionen, bevor der Zyklus geschlossen wird. Einzelne Positionen lassen sich bestätigen oder reklamieren, sodass Abweichungen nicht außerhalb des Systems per E-Mail geklärt werden müssen.
Nomentia unterstützt einen strukturierten Dispute-Workflow mit sieben Statusstufen und dreistufiger Eskalation. Treasury kann offene Abweichungen kontrolliert verfolgen, erkennen, wo Handlungsbedarf besteht, und verhindern, dass ungelöste Punkte in parallelen Kommunikationswegen verloren gehen.
Nach der Klärung kann die Berechnung erneut ausgeführt und die finale Position durch die jeweilige Gesellschaft bestätigt werden.
Bilaterale, multilaterale und regulatorisch erforderliche Settlement-Positionen berechnen
Nomentia Intercompany Netting unterstützt bilaterales Netting zwischen jeweils zwei Gesellschaften sowie multilaterales Netting über mehrere Teilnehmer eines Zyklus hinweg. Die Berechnung zeigt Brutto- und Nettopositionen, verbleibende Exposures sowie die Ausgleichsbeträge, die nach der Verrechnung der einbezogenen Transaktionen noch zu begleichen sind.
Treasury kann die Berechnung vor der Finalisierung in einer Vorschau prüfen, um große Zahler und Empfänger, ungewöhnliche Positionen oder fehlende Daten zu erkennen, solange noch Zeit für Korrekturen bleibt.
Der Prozess unterstützt außerdem Brutto- und virtuelles Netting. Das ist insbesondere relevant, wenn lokale regulatorische Vorgaben verhindern, dass eine Gesellschaft am üblichen Netto-Settlement teilnimmt. Regulierte Gesellschaften können Teil des übergreifenden Zyklus bleiben und bei Bedarf über eine passende Bruttoabwicklung abgewickelt werden.
Das Ergebnis ist aussagekräftiger als eine reine Liste einzelner Rechnungen: Treasury erkennt, welche Beträge tatsächlich bewegt werden müssen und welche internen Zahlungen durch Netting vermieden werden können.
Mehrwährungs-Netting mit konsistenter FX-Basis abwickeln
Mehrwährungs-Netting wird unterstützt. Die FX-Behandlung folgt dabei einer einheitlichen Logik und wird nicht erst bei der Berechnung ad hoc ausgewählt.
Beim Upload einer Rechnung wendet Nomentia den FX-Schlusskurs des Vortages auf diese Rechnung an. Die Umrechnungsbasis ist damit bereits der Transaktion zugeordnet, wenn sie in den Zyklus aufgenommen wird, und wird nicht erst später während der Netting-Berechnung ausgewählt.
Nach der Verrechnung gegenläufiger Zahlungsströme kann Treasury das verbleibende Netto-FX-Exposure betrachten, statt jeden einzelnen Bruttostrom zu bearbeiten. Dadurch können sich sowohl die Zahl interner Währungsumrechnungen als auch der damit verbundene operative Aufwand reduzieren.
Über In-House Banking oder externe Banken abwickeln
Bestätigung und Berechnung schaffen erst dann Nutzen, wenn die resultierenden Positionen sauber in das Settlement überführt werden können.
Bestätigte Settlement-Instruktionen können abhängig vom Operating Model des Konzerns über Nomentia In-House Banking oder über die externe Bankenlandschaft weitergeleitet werden. Vor der Ausführung gelten weiterhin die standardmäßigen Zahlungsfreigaben.
Bei Gesellschaften, die aufgrund lokaler regulatorischer Vorgaben nicht am üblichen Netto-Settlement teilnehmen können, kann die Bruttoabwicklung beibehalten werden, während der übrige Konzern weiterhin vom übergreifenden Netting-Zyklus profitiert.
Die Kombination aus Intercompany-Netting und In-House Banking auf derselben Plattform ist besonders wertvoll, weil Treasury interne Positionen von der Berechnung bis zum Settlement führen kann, ohne dazwischen einen separaten Prozess oder ein zusätzliches Kontrollmodell aufzubauen.
Klare Netting Statements und Buchungsdateien für die Gesellschaften bereitstellen
Die Teilnehmer arbeiten im Zyklus mit Netting Statements und nicht mit der zugrunde liegenden Berechnungslogik.
Nomentia kann pro Gesellschaft vorläufige und finale Netting Statements bereitstellen. Lokale Finance-Teams erhalten damit eine klare Übersicht über die enthaltenen Transaktionen, die bestätigte Position und den zu begleichenden Betrag. Die finalen Ergebnisse können außerdem nachgelagerte Buchhaltungsprozesse unterstützen, einschließlich der Generierung von SAP-Buchungsdateien.
Dadurch müssen lokale Nachweise nicht manuell neu erstellt werden. Jede teilnehmende Gesellschaft erhält ein konsistentes Dokument für Prüfung, Bestätigung und Verbuchung.
Das abgewickelte Ergebnis in Liquidität und Prognose berücksichtigen
Intercompany-Settlement beeinflusst das finanzielle Gesamtbild. Nach der Abwicklung können die resultierenden Positionen in das Liquiditätsmanagement und die Cash-Position einfließen, sodass Treasury den Effekt des Netting-Zyklus in der aktuellen Sicht berücksichtigen kann.
Das Settlement-Ergebnis kann außerdem in die Prognose einfließen. Intercompany-Netting bleibt dadurch mit der Liquiditätsplanung verbunden, statt dass Treasury den Cash-Effekt manuell in eine separate Planungsdatei übertragen muss.
Den Brutto-Netto-Effekt messen und den gesamten Zyklus nachvollziehbar halten
Das Modul hält die Historie von Datenübernahme, Berechnungen, Bestätigungen, Disputes, Netting Statements und Settlements fest. Treasury kann dadurch nachvollziehen, wie sich ein Zyklus von den übernommenen Transaktionen bis zum finalen Settlement-Ergebnis entwickelt hat.
Im Reporting lassen sich Brutto- und Netto-Zahlungsvolumen vergleichen sowie geschätzte FX-Einsparungen über einzelne Zyklen und längere Zeiträume hinweg auswerten. In geeigneten Konzernstrukturen kann eine Reduktion des Zahlungsvolumens um rund 80–90 % Bankgebühren, FX-Aktivität und operativen Aufwand deutlich senken. Der tatsächliche Nutzen hängt von Teilnehmerzahl, Transaktionsmustern und lokalen Settlement-Einschränkungen ab.
Treasury erhält damit sowohl operative Nachweise als auch eine Management-Sicht auf den geschaffenen Mehrwert: Was ist im Zyklus passiert, wie ist das Ergebnis zustande gekommen und wie viel interne Zahlungsaktivität wurde vermieden?
ERP, Treasury, In-House Banking und Zahlungsverkehr verbinden
Nomentia Intercompany Netting ist eine Settlement-Ebene und kein Ersatz für die Intercompany-Abstimmung im ERP.
ERP-Systeme bleiben die Quelle für Rechnungen, Intercompany-Transaktionen und Buchhaltungsdaten. Treasury steuert den Netting-Zyklus, den Bestätigungsprozess und die daraus resultierenden Positionen. In-House Banking oder externe Zahlungsprozesse führen das Settlement unter den bestehenden Kontrollen des Konzerns aus.
Die Verbindung dieser Rollen macht aus Netting mehr als eine Berechnung: einen durchgängigen Treasury-Workflow.
Nomentia Intercompany Netting im eigenen Treasury-Setup kennenlernen
Erfahren Sie, wie Nomentia Datenübernahme, Dispute-Management, Netting, In-House Banking und Settlement konzernweit verbinden kann. Kontaktieren Sie Nomentia oder vereinbaren Sie eine Demo.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Unterstützt Nomentia Intercompany Netting sowohl Brutto- als auch Nettoabwicklung?
Wie funktioniert das Dispute-Management?
Wie werden FX-Kurse in einem Mehrwährungs-Netting angewendet?
Kann Nomentia Intercompany Netting mit einer Inhouse-Bank verbunden werden?
Welche ERP-Systeme können Daten in den Netting-Prozess liefern?