Scenario Analysis testet definierte Marktbewegungen auf dem bereits in Nomentia geführten Portfolio
Mit Nomentia Scenario Analysis kann Treasury modellieren, wie sich hypothetische Veränderungen von Zinsen, Wechselkursen oder beiden Faktoren auf die bereits in der Plattform verwalteten Finanzgeschäfte auswirken würden.
Jedes Szenario kann mit einem Namen und einer Beschreibung versehen werden, damit die zugrunde liegende Annahme auch bei späterer Wiederverwendung eindeutig bleibt. Treasury kann beispielsweise eine Zinsverschiebung von +100 Basispunkten, eine Währungsbewegung von 5 % oder ein kombiniertes Szenario mit beiden Veränderungen definieren.
Der Umfang kann breit oder gezielt gewählt werden. Nutzer können Veränderungen auf relevante Zinskurven und Währungen anwenden oder einzelne Exposures fokussieren, wenn die Fragestellung spezifischer ist.
Szenario und Standardbewertung nutzen dieselbe Bewertungslogik
Scenario Analysis verwendet dieselbe Bewertungs-Engine wie die Standard-Marktbewertung von Finanzgeschäften in Nomentia. Das Szenario verändert die relevanten Marktparameter, während die zugrunde liegende Bewertungsmethodik konsistent bleibt.
Damit ist kein zweites Bewertungsmodell allein für Sensitivitätsanalysen erforderlich. Gleichzeitig bleibt das Szenario mit der Berechnungslogik verbunden, die bereits für Standardmarktwerte und - bei relevanten Treasury-Transaktionen - für Buchungen realisierter und unrealisierter Effekte verwendet wird.
Treasury kann das hypothetische Ergebnis deshalb direkt mit der Standardbewertung vergleichen, ohne zuerst zwei separate Berechnungsumgebungen aufeinander abstimmen zu müssen.
Ein Bewertungslauf kann Standard- und Szenariowerte gemeinsam berechnen
Nutzer legen Bewertungsstichtag, Gesellschaften und Geschäftstypen im Analyseumfang fest und können bei Bedarf auch kürzlich ausgelaufene Geschäfte einbeziehen.
Im selben Lauf lassen sich die Standardbewertung, ein oder mehrere gespeicherte Szenarien oder beides berechnen.
Treasury erhält damit die aktuelle Marktsicht und die ausgewählten Was-wäre-wenn-Sichten in einem gemeinsamen Berechnungsprozess, statt für jedes Szenario einen separaten Lauf und Reporting-Workflow aufzubauen.
FX-, Zins-, Finanzierungs- und Anlageinstrumente werden abgedeckt
Scenario Analysis folgt dem Instrumentenumfang der Marktbewertung in Nomentia.
Der aktuelle Umfang umfasst FX-Forwards, Swaps und Spot-Geschäfte, Zinsswaps und Cross-Currency-Swaps sowie Finanzierungs- und Anlageinstrumente wie Darlehen, Einlagen, Anleihen und Diskontinstrumente. Relevante Gebühren werden in der Bewertung berücksichtigt.
Bei variabel verzinsten Positionen werden zukünftige Cashflows mit den im Szenario definierten Zinssätzen neu prognostiziert. Treasury kann dadurch neben Veränderungen des Marktwerts auch die Auswirkungen des Schocks auf die projizierten Cashflows prüfen.
Parallelverschiebungen lassen sich breit oder gezielt anwenden
Release 2026.11 unterstützt Parallelverschiebungen von Zinskurven. Eine positive Verschiebung bewegt die ausgewählte Zinskurve nach oben, eine negative entsprechend nach unten.
Treasury kann dieselbe Veränderung breit anwenden oder für ausgewählte Zinskurven unterschiedliche Verschiebungen definieren. FX-Szenarien lassen sich ebenfalls über mehrere Währungen hinweg oder gezielt für bestimmte Währungen konfigurieren.
So werden sowohl portfolioweite Zinsstresstests als auch fokussierte Währungsstresstests unterstützt, ohne dass sich die zugrunde liegende Bewertungsmethodik ändert.
Szenarioergebnisse erscheinen im Reporting von Deal Management und Transactions
Berechnete Szenariowerte bleiben in der Reporting-Umgebung verfügbar, in der Treasury bereits mit den Geschäftsdaten arbeitet.
In Deal Management und Transactions kann für jede Report-Spalte ausgewählt werden, welche Bewertung angezeigt werden soll - einschließlich Standardbewertung und eines oder mehrerer Szenarien. Marktwerte, Bewertungskurse und projizierte Cashflows lassen sich direkt nebeneinander vergleichen.
Wenn die Ergebnisse für ein Management-Paket oder einen anderen Reporting-Prozess benötigt werden, kann der Report zusätzlich nach Excel exportiert werden.
Ergebnisse werden in den für Treasury relevanten Währungen gespeichert
Szenarioergebnisse werden je Geschäft und Bewertungsstichtag gespeichert und verschwinden nicht nach Abschluss der Berechnung.
Die Werte bleiben in der ursprünglichen Transaktionswährung, der jeweiligen Buchungswährung der Gesellschaft und der Konzernwährung verfügbar. Dadurch lässt sich dieselbe Exposure-Frage auf Ebene eines einzelnen Geschäfts, einer Gesellschaft oder des Konzerns betrachten.
Gespeicherte Ergebnisse ermöglichen es außerdem, ein früheres Szenario erneut aufzurufen und mit einer späteren Berichtsperiode zu vergleichen.
Das Bewertungsprotokoll macht jede Szenariozahl nachvollziehbar
Wenn ein Portfolioergebnis hinterfragt werden soll, können Nutzer das Bewertungsprotokoll des zugrunde liegenden Geschäfts öffnen.
Das Protokoll zeigt, wann die Bewertung durchgeführt wurde, wer sie angestoßen hat, welche Marktdaten verwendet wurden und welche Berechnungsdetails - einschließlich der relevanten Cashflows - zum Ergebnis geführt haben. Standardbewertung und Szenarioberechnungen lassen sich an derselben Stelle nachvollziehen.
Damit entsteht ein Audit Trail für interne Reviews, Prüfungsgespräche und Marktrisiko-Reporting, ohne dass Treasury die Berechnung außerhalb von Nomentia rekonstruieren muss.
Szenariodefinitionen bleiben kontrolliert, ohne das tägliche Reporting einzuschränken
Das Erstellen und Bearbeiten von Szenarien wird über ein eigenes Benutzerrecht gesteuert. Die Annahmen bleiben damit bei autorisierten Nutzern, während andere Nutzer bestehende Szenariowerte in Reports verwenden können, ohne zusätzliche Rechte für die Szenarioverwaltung zu benötigen.
Änderungen an Szenariodefinitionen werden protokolliert. Wird ein Szenario gelöscht, weist das System darauf hin, dass auch die damit verbundenen berechneten Ergebnisse entfernt werden.
Damit sind die Kontrolle über Annahmen und die Nutzung bereits freigegebener Szenarioergebnisse im täglichen Reporting klar voneinander getrennt.
Dasselbe Setup unterstützt IFRS-7-Reporting und laufendes Treasury-Risikomanagement
Scenario Analysis unterstützt Sensitivitätsanalysen für die Marktrisikoangaben nach IFRS 7, indem definierte Zins- und Währungsbewegungen auf dieselben Geschäfte und dieselbe Bewertungslogik wie bei der Standardbewertung angewendet werden.
Die Szenarien können auch zwischen den Berichtsterminen erneut ausgeführt werden. Treasury kann sie vor einer Vorstandssitzung, im Rahmen einer Hedging- oder Refinanzierungsdiskussion oder nach einer wesentlichen Marktbewegung nutzen, um zu verstehen, wie das aktuelle Portfolio reagiert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Nomentia Scenario Analysis?
Welche Finanzinstrumente werden abgedeckt?
Können mehrere Szenarien gemeinsam mit der Standardbewertung berechnet werden?
Benötigt Scenario Analysis eine separate Lizenz?